Synopsis

Thomas Bernhards Roman "Verstörung" entführt den Leser in die klaustrophobische Gedankenwelt des Fürsten Saurau, dessen unaufhörlicher Monolog den Kern dieses radikalen Werkes bildet. Der junge Erzähler, ein Medizinstudent, begleitet seinen Vater, einen Landarzt, auf einen Routinebesuch zu dem exzentrischen Fürsten in dessen abgelegenes Anwesen. Dort wird er zum unfreiwilligen Zeugen einer tiefgründigen und erschütternden philosophischen Abhandlung über Krankheit, den Tod, den Wahnsinn, die Kunst und die allgemeine Absurdität des menschlichen Daseins. In einer sprachgewaltigen und kreisenden Prosa entfaltet Saurau seine Verzweiflung über die menschliche Existenz und die Sinnlosigkeit jeglichen Strebens. Sein Sprechen ist nicht an einen Zuhörer gebunden, sondern entspringt einer zutiefst monologischen Grundhaltung, einem verzweifelten Versuch, dem finalen Schweigen des Todes durch unablässiges Artikulieren zu entfliehen. Dieses "partnerlose Sprechen" fungiert als letzte Ausdrucksmöglichkeit eines Menschen, der in einer dem Untergang geweihten Welt existiert und der vergeblich versucht, dem erdrückenden Schweigen und der Leere einen Sinn abzuringen. Bernhard schafft ein beklemmendes Porträt einer zerrütteten Psyche, das den Leser tief in die Abgründe der menschlichen Condition zieht und als schonungsloses Sprachkunstwerk die Grenzen des Romans auslotet.

Critical Reception

"Thomas Bernhards "Verstörung" gilt als ein Schlüsselwerk der österreichischen Nachkriegsliteratur, das für seine radikale Form, seine unerbittliche Gesellschaftskritik und seine tiefgründige Auseinandersetzung mit Existenzialismus und Nihilismus gefeiert und kontrovers diskutiert wird."

Metadata

ISBN:9783656444749
Pages:88
Age Rating:16+

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