Der Roman "Korrektur" von Thomas Bernhard taucht tief in die menschliche Obsession und das Scheitern im Streben nach Perfektion ein. Im Zentrum steht der exzentrische Naturwissenschaftler Roithamer, ein brillantes österreichisches Genie, das in Cambridge lehrte. Getrieben von einer pedantischen Vision, widmet er sich über Jahre hinweg der Planung und dem Bau eines vollkommenen kegelförmigen Bauwerks für seine geliebte Schwester, das ihrer Existenz exakt entsprechen soll. Doch anstatt Erfüllung zu bringen, führt der Anblick dieser makellosen Schöpfung zu ihrem Tod. Zerrissen von der Erkenntnis des ultimativen Fehlers – der Unmöglichkeit wahrer Vollendung und der zerstörerischen Natur seines eigenen Werkes – versucht Roithamer eine letzte "Korrektur". Er übereignet den Kegel dem Staat mit der Auflage, ihn der Natur zu überlassen, bevor er selbst die letzte, tragische Konsequenz zieht: den Freitod. Bernhards sprachgewaltige Prosa seziert schonungslos intellektuelle Hybris, die Tragik des Genies und die verzweifelte Suche nach Sinn.
Critical Reception
"Korrektur" gilt als eines der intellektuell dichtesten und sprachlich radikalsten Werke Thomas Bernhards und hat seinen Ruf als meisterhafter Sezierer menschlicher Existenz und österreichischer Seele maßgeblich gefestigt."