Auf einem Transatlantikliner von Indien nach Europa begegnet ein Ich-Erzähler einem zutiefst verstörten Mann, der sich von der Gesellschaft an Bord isoliert hat. In einer schicksalhaften Nacht sucht dieser Fremde das Gespräch und offenbart dem Erzähler eine verstörende Beichte: die Geschichte eines deutschen Arztes, der in einer abgelegenen Kolonialstation in Niederländisch-Indien stationiert war. Der Arzt wird von der Bitte einer hochrangigen englischen Dame, Mrs. C., um einen illegalen Schwangerschaftsabbruch konfrontiert. Von plötzlichem Begehren und gekränktem Stolz getrieben, verweigert er zunächst die Hilfe und fordert von ihr eine erniedrigende Gegenleistung. Als sie ihn abweist und anderweitig Hilfe sucht, löst dies eine Kette tragischer Ereignisse aus. Besessen von Schuldgefühlen und dem verzweifelten Wunsch nach Sühne, stürzt sich der Arzt in einen emotionalen „Amoklauf“, eine irrsinnige und selbstzerstörerische Verfolgungsjagd, die ihn bis in den Tod treibt. Zweigs meisterhafte Novelle ist eine tiefenpsychologische Studie über menschliche Abgründe, die Macht unkontrollierter Leidenschaft, die Zerstörungskraft von Schuld und die verheerenden Folgen einer missverstandenen Ehre.
Critical Reception
"„Amok“ gilt als eine der intensivsten und wirkmächtigsten Novellen Stefan Zweigs, die ihm zu weltweitem Ansehen verhalf und bis heute Leser durch ihre psychologische Präzision fesselt."
Adaptations
Es gibt mehrere Verfilmungen der Novelle, darunter eine französische Produktion von 1934, eine mexikanische Verfilmung von 1944 und spätere Adaptionen für Film und Fernsehen in den 1980er und 1990er Jahren.