Stefan Zweigs einziger Roman, "Ungeduld des Herzens", entfaltet ein tiefgreifendes psychologisches Drama um den jungen Leutnant Anton Hofmiller. Während einer Abendgesellschaft lernt er die gelähmte Edith von Kékesfalva, die Tochter eines ungarischen Magnaten, kennen. Angetrieben von einem fehlgeleiteten Mitleid und einer Mischung aus Scham und Hilflosigkeit, lässt sich Anton auf eine Beziehung mit der sehnsüchtigen Edith ein, die in ihm die Erfüllung ihrer Liebe und die Heilung ihrer Krankheit sieht. Zweig zeichnet meisterhaft das Porträt eines Mannes, dessen anfängliche Freundlichkeit in eine zerstörerische Kette von Missverständnissen, Verlogenheit und schuldhafter Feigheit mündet. Das Mitleid, das der Roman als die "Ungeduld des Herzens" definiert, entpuppt sich nicht als Tugend, sondern als eine gefährliche Schwäche, die sowohl den Geber als auch den Empfänger ins Verderben stürzen kann. Als Anton Edith öffentlich verleugnet, nimmt die Tragödie ihren unausweichlichen Lauf und wird zu einer eindringlichen Warnung vor den Abgründen menschlicher Empathie und Verantwortung.
Critical Reception
"„Ungeduld des Herzens“ gilt als ein Meisterwerk der psychologischen Literatur und ein zeitloses Zeugnis von Zweigs scharfsinniger Analyse menschlicher Emotionen und ihrer verhängnisvollen Fallstricke."
Adaptations
Der Roman wurde mehrfach verfilmt, darunter 1946 unter dem Titel "Beware of Pity" (Regie: Maurice Elvey) und als dreiteilige BBC-Miniserie "Beware of Pity" im Jahr 1970.