Synopsis

Max Frischs Roman „Mein Name sei Gantenbein“ (1964) ist ein experimentelles Schlüsselwerk, das die zentrale Frage nach der menschlichen Identität auf radikal neue Weise verhandelt. Im Mittelpunkt steht ein Mann, der nach dem Scheitern seiner Ehe in einer leeren Wohnung sitzt und über die Möglichkeiten seines Lebens nachdenkt. Anstatt das Vergangene linear zu rekapitulieren, entwirft der namenlose Ich-Erzähler fiktive Biografien und erprobt verschiedene Rollen und Masken, von denen die prominenteste die des Herrn Gantenbein ist, der vorgibt, blind zu sein. Durch diese hypothetischen Lebensentwürfe – mal als eifersüchtiger Ehemann, mal als Betrogener – seziert Frisch die Widersprüchlichkeit von faktischer und erlebter Realität sowie die konstruierte Natur der Identität. Der Roman verweigert dem Leser die herkömmliche Identifikation und zwingt ihn stattdessen, die ständige Neuerfindung des Selbst und die Relativität jeder Erzählung über das Leben zu reflektieren. Es ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Frage, wer wir sind, wenn wir uns immer wieder neu erfinden könnten.

Critical Reception

"Als eines von Max Frischs Hauptwerken hat „Mein Name sei Gantenbein“ die deutsche Nachkriegsliteratur maßgeblich geprägt und gilt als wegweisender Roman für seine innovative Erzählstruktur und tiefgründige Auseinandersetzung mit der Identitätsfrage."

Metadata

ISBN:9783638673730
Pages:76
Age Rating:16+

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