Max Frischs Drama "Biedermann und die Brandstifter" entführt den Zuschauer in die Welt des wohlhabenden Haarwasserfabrikanten Gottlieb Biedermann, der sich vehement gegen den Gedanken wehrt, dass Brandstifter in seiner Stadt aktiv sein könnten. Als jedoch zwei zwielichtige Gestalten, Schmitz und Eisenring, in sein Haus eindringen und sich auf dem Dachboden einrichten, verstrickt sich Biedermann in einem Netz aus Selbsttäuschung und verdrängtem Misstrauen. Obwohl die Zeichen unübersehbar sind und die beiden Männer offen ihre Absichten andeuten, versucht Biedermann, sie als harmlose Bürger zu behandeln und sich mit ihnen gut zu stellen – aus Angst, Höflichkeit oder einfach nur Ignoranz. Er bewirtet sie sogar und stellt ihnen bereitwillig Benzinfässer zur Verfügung, um ihre "Geschäfte" zu erleichtern. Die Komik der Situation wandelt sich schleichend in eine beklemmende Tragödie, als Biedermann tatenlos zusieht, wie die Brandstifter ihr Werk vollenden. Das Stück ist eine scharfsinnige Parabel auf die menschliche Neigung, vor der Wahrheit die Augen zu verschließen und der Gefahr durch Beschwichtigung zu begegnen, bis es zur unvermeidlichen Katastrophe kommt.
Critical Reception
""Biedermann und die Brandstifter" gilt als eines der bedeutendsten und meistgespielten Dramen des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum und als scharfsinnige politische Parabel von zeitloser Relevanz."
Adaptations
Das Stück wurde mehrfach für das Fernsehen adaptiert, darunter 1959 und 1967 in deutschen TV-Produktionen.