Im Zentrum von Max Frischs bahnbrechendem Roman steht ein Mann, der in einem Zürcher Gefängnis festgehalten wird und vehement leugnet, Anatol Ludwig Stiller zu sein. Obgleich seine Ehefrau, sein Bruder und seine Geliebte ihn eindeutig identifizieren, beharrt er darauf, ein anderer zu sein, und konstruiert eine gänzlich neue Lebensgeschichte. Diese tiefgründige Erzählung, die aus seinen Gefängnisaufzeichnungen besteht, stellt die fundamentale Frage nach der Beschaffenheit der Identität: Ist es möglich, eine alte Identität vollständig abzulegen und eine neue anzunehmen, oder ist man für immer an seine Vergangenheit gebunden? Frisch entwirft ein raffiniertes Spiel mit Wahrheit und Täuschung, in dem die Leser*innen einem zutiefst unzuverlässigen Erzähler begegnen. Das Buch zwingt dazu, die 'Wahrheit' aus widersprüchlichen Aussagen zu rekonstruieren und offenbart die psychologischen Abgründe eines Mannes, der verzweifelt versucht, seinem früheren Ich zu entfliehen. Ein zeitloser Klassiker über Selbstfindung, Freiheit und die Komplexität menschlicher Beziehungen.
Critical Reception
"Max Frischs 'Stiller' gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten deutschsprachigen Romane der Nachkriegszeit und ein Meisterwerk der literarischen Auseinandersetzung mit der Identitätsfrage."
Adaptations
Es gibt eine deutsche Fernsehverfilmung von 1968 unter der Regie von Rolf Busch.