In Wolf Haas' "Das ewige Leben" kehrt der desillusionierte Ex-Polizist Simon Brenner in seine alte Heimat Graz zurück, ein Ort voller ungelöster Traumata und verdrängter Erinnerungen. Nach einem mysteriösen Kopfschuss, der ihn mit Gedächtnisverlust und einer fragwürdigen Gedächtnislücke zurücklässt, versucht Brenner, sich in seinem ehemaligen Elternhaus zu reorientieren. Dort wird er jedoch schnell in einen Strudel aus alten Freundschaften, Feindschaften und ungesühnten Verbrechen gezogen. Ein angeblicher Selbstmord entpuppt sich als Mord, und Brenner muss feststellen, dass die Spuren in seine eigene, turbulente Jugendzeit führen. Mit seinem unverkennbaren, lakonischen Erzählstil und schwarzem Humor seziert Haas die Abgründe der menschlichen Seele und die Tücken der Erinnerung. Brenner muss sich nicht nur mit den äußeren Umständen des Verbrechens, sondern auch mit seinen eigenen inneren Dämonen und der fragmentierten Wahrheit seiner Vergangenheit auseinandersetzen, um die Geheimnisse seiner Heimatstadt zu lüften und womöglich sein eigenes Überleben zu sichern.
Critical Reception
"Wolf Haas' "Das ewige Leben" wird als ein herausragender Band der Brenner-Reihe gefeiert, der durch seinen unverwechselbaren Sprachwitz und die tiefgründige Auseinandersetzung mit Identität und Vergänglichkeit das Genre des Kriminalromans maßgeblich geprägt hat."
Adaptations
Der Roman wurde 2015 unter der Regie von Josef Hader, der auch die Hauptrolle des Simon Brenner übernahm, erfolgreich verfilmt.