Wolf Haas entführt die Leser in "Müll" auf einen Wiener Altstoffsammelzentrum, wo der ehemalige Polizist Simon Brenner nun als Müllmann arbeitet. Für Brenner, bekannt für seine eigenwilligen philosophischen Betrachtungen, ist der Mistplatz ein Ort strenger Ordnung und logischer Trennung – "die beste Schule für das Denken". Doch diese scheinbare Harmonie wird jäh zerstört, als in der Sperrmüllwanne ein menschliches Knie entdeckt wird. Schnell folgen weitere verstörende Funde: diverse Leichenteile, die, zum Leidwesen der pedantischen Müllmänner, allesamt "nicht korrekt eingeworfen" wurden und somit gegen jegliche Ordnung verstoßen. Während die Kriminalpolizei im Dunkeln tappt und das Chaos auf dem Mistplatz zunimmt, fehlt noch das zentrale Organ des zerstückelten Toten: das Herz. Es ist der abgebrühte Brenner, der mit seinem untrüglichen Instinkt und seiner lakonischen Art das fehlende Herz samt einer brisanten Botschaft aufspürt. Damit steckt er nicht nur tief in einem rätselhaften Mordfall, sondern gerät auch selbst in größte Schwierigkeiten. Haas verwebt in seinem unnachahmlichen Stil skurrilen Humor, österreichischen Alltag und einen packenden Kriminalfall, der die Abgründe menschlicher Natur beleuchtet und dabei die Frage nach Ordnung und Chaos auf faszinierende Weise neu stellt.
Critical Reception
"Wolf Haas' "Müll" gilt als exemplarisches Werk innerhalb seiner kultstatusverdächtigen Simon-Brenner-Reihe und prägte den österreichischen Kriminalroman nachhaltig mit seinem unverwechselbaren Stil."
Adaptations
Die Romanreihe um Simon Brenner, zu der auch "Müll" zählt, wurde mit großem Erfolg verfilmt, darunter Titel wie "Komm, süßer Tod" und "Der Knochenmann", mit Josef Hader in der Hauptrolle.