In dem uckermärkischen Dorf Fürstenfelde, dessen Einwohnerzahl stetig sinkt, bricht die Nacht vor einem großen Fest an. Doch anstatt friedlicher Vorfreude herrscht eine eigenwillige Unruhe. Der Fährmann ist tot, die nachtblinde Malerin Frau Kranz versucht, ihr Dorf erstmals bei Nacht zu malen, und die Glocken für das Fest sind spurlos verschwunden. Währenddessen sucht eine Füchsin nach Nahrung, und der ehemalige NVA-Oberst Herr Schramm ringt mit existenziellen Fragen. Die eigentliche Aufregung entfacht jedoch ein Einbruch ins Haus der Heimat. Nicht der Diebstahl selbst, sondern das, was dabei "entkommen" ist – alte Geschichten, längst vergessene Erinnerungen und Mythen – treibt die schlaflosen Bewohner um. In dieser langen Nacht verschmelzen die Schicksale von Alteingesessenen und Zugezogenen, Lebenden und Verstorbenen, Handwerkern, Rentnern und sogar arbeitslosen Fabelwesen in Fußballtrikots zu einem komplexen Mosaik des Dorflebens. Jeder scheint in dieser außergewöhnlichen Nacht etwas zum Abschluss bringen zu wollen, während die Grenzen zwischen Realität und Aberglauben verschwimmen. Es ist ein tiefgründiger und humorvoller Blick auf eine Gemeinschaft am Rande der Zeit.
Critical Reception
"Saša Stanišićs "Vor dem Fest" wurde von der Kritik für seine poetische Sprache, seinen feinsinnigen Humor und seine einzigartige Mischung aus Realismus und magischem Erzählen hoch gelobt und als wichtiger Beitrag zur zeitgenössischen deutschen Literatur anerkannt."