Saša Stanišić, geboren 1978 in Višegrad, Bosnien und Herzegowina, ist ein gefeierter deutschsprachiger Autor. Als Elfjähriger floh er 1992 mit seiner Familie vor dem Bosnienkrieg nach Deutschland und ließ sich in Heidelberg nieder. Nach dem Abitur studierte er Slawistik, Germanistik und DaF in Heidelberg sowie Kreatives Schreiben in Potsdam. Sein literarisches Debüt feierte er 2006 mit dem Roman "Wie der Soldat das Grammofon repariert", der von Kritikern hoch gelobt und für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Stanišićs Werk zeichnet sich durch eine einzigartige Mischung aus Humor, Melancholie und sprachlicher Virtuosität aus, die oft persönliche Erfahrungen mit fantastischen Elementen verbindet. Er behandelt Themen wie Migration, Identität, Erinnerung und das Konzept von Heimat auf innovative Weise. Sein Roman "Herkunft" (2019) ist ein autofiktionales Meisterwerk, das sich auf tiefgründige und oft humorvolle Weise mit seiner eigenen Familiengeschichte und dem Gefühl der Zugehörigkeit auseinandersetzt und ihm den Deutschen Buchpreis einbrachte. Saša Stanišić lebt heute in Hamburg.
«Manchmal ist das Einzige, was dir bleibt, deine Geschichte. Und die muss erzählt werden.»
«Das Gehirn ist ein ziemlich guter Geschichtenerzähler. Es erfindet Sachen, bis sie passen.»
«Heimat ist da, wo die Leute wissen, wie man dich beim Namen nennt und nicht stottert.»
Stanišićs Schreibstil ist geprägt von einer lebendigen, bildreichen Sprache und einem unverwechselbaren, oft ironischen Humor. Er mischt souverän realistische Erzählstränge mit fantastischen oder märchenhaften Elementen. Seine Prosa ist reich an Metaphern und Wortspielen, wodurch er komplexe Themen wie Heimatverlust, Migration und die Konstruktion von Erinnerung zugänglich und vielschichtig darstellt. Er experimentiert gerne mit Erzählformen und Perspektiven, was seinen Texten eine besondere Dynamik verleiht. Eine gewisse Melancholie schwingt oft mit, wird aber durch seinen Witz und seine Sprachlust aufgebrochen.