Bodo Kirchhoffs Roman "Die Liebe in groben Zügen" zeichnet das vielschichtige Porträt einer Ehe, die äußerlich alle Konventionen erfüllt: Vila und Renz, erfolgreich im Fernsehgeschäft, teilen ein Leben zwischen Frankfurt und einem Sommerhaus in Italien, komplettiert durch eine erwachsene Tochter. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine "unstillbare Sehnsucht nach Liebe", die sich als die einzige 'schwere Krankheit' erweist, mit der man alt werden kann. Ihr scheinbar stabiles Gleichgewicht, das auf einem feinen Maß an Vertrautheit und Distanz beruht, wird jäh erschüttert, als Vila eine unerwartet intensive Liebe zu Bühl, einem Einzelgänger und Biographen, entwickelt. Kirchhoff verwebt diese gegenwärtige Dreiecksgeschichte mit Rückblenden auf eine von frühem Missbrauch geprägte Jugend und die Suche nach lebenslanger Erfüllung. Das Werk beleuchtet die Ehe als ein fortwährendes Lebensprojekt in einer Zeit, die den flüchtigen Moment verherrlicht, und kommt zu dem Schluss, dass der wahre Höhepunkt der Liebe in ihrer Beständigkeit liegt.
Critical Reception
"Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2012, gilt Bodo Kirchhoffs 'Die Liebe in groben Zügen' als ein prägender Roman der zeitgenössischen deutschen Literatur, der die Komplexität von Langzeitehen und existenzieller Sehnsucht meisterhaft auslotet."