Synopsis

Wolfgang Koeppens "Tauben im Gras" entfaltet sich als ein präzises, atmosphärisches Gesellschaftsporträt des Münchens der frühen 1950er Jahre, komprimiert auf die ereignisreiche Spanne eines einzigen Tages. Der Roman zeichnet in einer meisterhaften Montagetechnik und mittels vieler Perspektivwechsel ein mosaikartiges Bild einer fragmentierten Nachkriegsgesellschaft, die zwischen Vergangenheitsbewältigung, Amerikanisierung und der Suche nach einer neuen Identität oszilliert. Eine Vielzahl scheinbar unverbundener Charaktere – darunter der desillusionierte Schriftsteller Schnack, die Schauspielerin Emilia, der schwarze US-Soldat Washington Price und seine deutsche Freundin Carla, sowie weitere Bürger aus unterschiedlichen sozialen Schichten – kreuzen sich zufällig oder schicksalhaft, ohne jedoch wirkliche Verbindungen knüpfen zu können. Sie alle sind gefangen in einer Atmosphäre der Anomie, der Entfremdung und des unbestimmten Verlangens nach Glück oder Sinn. Koeppen schildert eindringlich die Oberflächlichkeit, die Rassenspannungen und die unterschwelligen Ängste, die sich unter der Fassade des aufblühenden Wirtschaftswunders verbergen und hinterlässt ein Gefühl der Isolation und des existentiellen Unbehagens.

Critical Reception

"Als eines der Schlüsselwerke der deutschen Nachkriegsliteratur und der sogenannten "Trümmerliteratur" gilt "Tauben im Gras" als eine schonungslose und visionäre Bestandsaufnahme der westdeutschen Gesellschaft in den 1950er Jahren, die bis heute ihre Relevanz bewahrt."

Metadata

ISBN:9783159504650
Pages:79
Age Rating:16+

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