Hans Falladas "Wolf unter Wölfen" entführt den Leser in das chaotische Berlin des Jahres 1923, inmitten der Hyperinflation, einer Zeit, in der die deutsche Gesellschaft an den Rand des Abgrunds gedrängt wird. Das junge Paar Wolfgang Pagel, ein mittelloser Glücksspieler, und Petra Ledig findet sich in einer ausweglosen Situation wieder. Nach einer verhängnisvollen Nacht, die Petra ins Polizeigefängnis am Alexanderplatz bringt, flieht Wolfgang mit zwei ehemaligen Kriegskameraden ostwärts zum Rittergut Neulohe. Hier hofft er, dem Elend und der ständigen Bedrohung durch die Währungskrise zu entkommen. Der Roman entfaltet eine epische Chronik dieser dramatischen Zeit, in der das Streben nach Glück oft in Verzweiflung mündet. Fallada zeichnet ein lebendiges Panorama "unverwechselbarer Inflationsexistenzen" und schildert mitreißend die Hektik und den moralischen Verfall einer Gesellschaft, die scheinbar außer Rand und Band geraten ist. Zwischen Betrug, Liebe, Verzweiflung und dem unerbittlichen Überlebenskampf entfaltet sich ein dichtes Geflecht menschlicher Schicksale, das die Tiefen und Abgründe der Weimarer Republik schonungslos beleuchtet. Es ist die Geschichte einer Suche nach Halt in einer Welt, die jegliche Stabilität verloren hat.
Critical Reception
"Der Roman gilt als ein meisterhaftes Zeitdokument der Hyperinflation in der Weimarer Republik und wird für seine schonungslose Darstellung menschlicher Abgründe und gesellschaftlicher Verwerfungen hochgelobt."
Adaptations
Der Roman wurde 1965 als fünfteilige Fernsehserie vom Deutschen Fernsehfunk (DFF) adaptiert und 1993 als zweiteiliger Fernsehfilm von der ARD neu verfilmt.