Erwin Sommer, ein einst erfolgreicher Lebensmittelgroßhändler, findet sich in einer existenziellen Krise wieder, als sein Geschäft zu scheitern beginnt und er einen wichtigen Auftrag an einen jüngeren Konkurrenten verliert. Was zunächst als harmloser Versuch beginnt, Kummer mit Alkohol zu betäuben, entwickelt sich rasch zu einem unaufhaltsamen Absturz in die Alkoholsucht. Der Roman schildert schonungslos und mit großer psychologischer Präzision, wie Sommer schleichend die Kontrolle über sein Leben verliert. Seine Ehe zerbricht, seine bürgerliche Existenz löst sich auf, und er gleitet immer tiefer in eine Welt aus Delirium, Erniedrigung und Selbstzerstörung ab. Fallada, der selbst Erfahrungen mit der Sucht hatte, zeichnet ein beklemmendes Porträt eines Mannes, der verzweifelt versucht, der Realität zu entfliehen, und dabei alles verliert, was ihm einst wichtig war, bis er schließlich in einer Anstalt landet.
Critical Reception
"Der Trinker gilt als eines der eindringlichsten und autobiografisch gefärbten Werke Hans Falladas, das aufgrund seiner tiefgründigen psychologischen Darstellung des Alkoholismus bis heute als literarischer Meilenstein rezipiert wird."
Adaptations
Das Buch wurde 1967 als deutscher Fernsehfilm und 1995 erneut unter der Regie von Harald Sicheritz mit Hannes Jaenicke in der Hauptrolle verfilmt.