In den düsteren 1930er Jahren in Deutschland, als der Nationalsozialismus seine Schatten über das Land wirft, sehnt sich die junge Susanne nach einem einfachen, glücklichen Leben. Ihr größter Traum ist es, gemeinsam mit ihrem geliebten Freund Franz einen kleinen Zigarettenladen in Köln zu führen. Doch diese bescheidenen Hoffnungen werden brutal zerschlagen, als Franz einen Tag vor der geplanten Eröffnung von der SA verhaftet wird – das Opfer einer Denunziation durch einen neidischen Konkurrenten. Aus der Schutzhaft entlassen, rächt sich Franz mit brutaler Entschlossenheit an seinem Peiniger. Susanne steht plötzlich vor einer herzzerreißenden Entscheidung: Soll sie an Franz' Seite bleiben, wissend um die Gefahr und die moralischen Abgründe, oder einen anderen Weg wählen? Irmgard Keun zeichnet in ihrem Roman ein packendes Bild einer Gesellschaft im Umbruch, in der das Private zusehends politisch wird. Durch Susannes scharfe, doch oft naive Beobachtungen enthüllt sie die allgegenwärtige Angst, die Zersetzung menschlicher Beziehungen und die unaufhaltsame Flucht ins Exil, die für viele zur einzigen Option wird. Ein eindringliches Zeugnis von Mut, Verzweiflung und der Suche nach Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten.
Critical Reception
"Irmgard Keuns 'Nach Mitternacht' gilt als eines der wichtigsten und eindringlichsten Werke der Exilliteratur und bietet eine einzigartige, ironisch-nüchterne Innensicht auf die Anfänge des nationalsozialistischen Terrors."
Adaptations
Eine Fernsehverfilmung wurde 1981 unter der Regie von Wolf Gremm realisiert.