Hartmut Hainbach, ein Philosophieprofessor jenseits der Fünfzig, scheint ein erfülltes Leben zu führen: eine erfolgreiche Karriere, eine Frau, die er nach zwanzig Jahren Ehe noch liebt, und eine erwachsene Tochter. Doch diese äußere Fassade trügt. Die Ehe ist zu einer distanzierten Wochenendbeziehung verkommen, seit seine Frau nach Berlin zog, und die Beziehung zur Tochter ist von einer schwer greifbaren Entfremdung geprägt. Hinzu kommt eine wachsende Desillusionierung gegenüber seinem Berufsleben, da die universitären Reformen seine Leidenschaft für die Philosophie ersticken. Als Hartmut ein unerwartetes Angebot für einen beruflichen Neuanfang erhält, wird ihm schmerzlich bewusst, dass er dringend Klarheit schaffen muss. Er begibt sich auf eine tiefgreifende Reise – nicht nur physisch, sondern vor allem innerlich –, um die Fliehkräfte zu identifizieren und zu überwinden, die sein vermeintlich geordnetes Leben auseinanderzureißen drohen. Thome beleuchtet mit psychologischer Präzision die existenzielle Krise eines Mannes, der gezwungen ist, seine wichtigsten Entscheidungen und die Fundamente seines Glücks neu zu hinterfragen.
Critical Reception
"Stephan Thome gelingt mit 'Fliehkräfte' eine prägnante und tiefgründige Analyse der modernen Midlife-Crisis, die in der deutschen Gegenwartsliteratur Beachtung gefunden hat."