In einer tiefschwarzen Neumondnacht versammelt ein »ehemaliger Autor« die wichtigsten Menschen seines Lebens auf seinem Hausboot an den Ufern der Morawa, eines serbischen Nebenflusses der Donau. Er hat eine letzte, alles umfassende Geschichte zu erzählen – eine mäandernde Lebensbilanz, die ihn auf einer inneren und äußeren Reise durch sein vergangenes Europa führt. Von den Kindheitslandschaften Kärntens über Paris und Slowenien bis in die von Konflikten gezeichneten Balkanregionen entfaltet der Erzähler ein dichtes Panorama seiner Erlebnisse, Begegnungen und Reflexionen. Peter Handke verwebt in seiner einzigartigen, lyrischen Prosa Autobiographisches mit Fiktion, Erinnerung mit Imagination und philosophische Gedanken mit konkreten Orten. Die Erzählung wird zu einer melancholischen Bestandsaufnahme eines Dichterlebens, einer tiefgründigen Meditation über die Macht und die Tücken des Erzählens, die Vergänglichkeit und die Suche nach der eigenen Identität inmitten der europäischen Geschichte. Es ist eine märchenhafte, aber auch schonungslose Auseinandersetzung mit der Rolle des Künstlers und der Welt, die er zu beschreiben versucht.
Critical Reception
"„Die morawische Nacht“ wurde von Kritik und Publikum begeistert als ein meisterhaftes Spätwerk Peter Handkes aufgenommen, das seine unvergleichliche sprachliche Kraft und existentielle Tiefe unter Beweis stellt und als tiefgründige Bilanz eines Dichterlebens gefeiert wird."