Peter Handke, geboren 1942 in Griffen, Österreich, ist ein preisgekrönter Schriftsteller, Dramatiker, Übersetzer und Regisseur. Er erlangte in den 1960er Jahren mit seinem experimentellen Theaterstück „Publikumsbeschimpfung“ und dem Roman „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ internationale Bekanntheit. Handkes Werk zeichnet sich durch seine radikale Sprachkritik und die Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung der Welt aus. Er hinterfragt konventionelle Erzählformen und konzentriert sich auf die subjektive Erfahrung und die Detailgenauigkeit der Beobachtung. Seine Texte sind oft von einer intensiven, melancholischen Stimmung geprägt und kreisen um Themen wie Entfremdung, Sprachlosigkeit und die Suche nach Identität. Trotz kontroverser politischer Äußerungen, insbesondere zu den Jugoslawienkriegen, wurde ihm 2019 der Nobelpreis für Literatur verliehen, was eine breite öffentliche Debatte auslöste. Er lebt und arbeitet in Chaville bei Paris.
«Der Leser ist dazu da, die Handlung zu finden.»
«Jeder Satz ist ein Versuch, eine Katastrophe zu verhindern.»
«Die Welt ist ein Satz, den man verstehen muss, bevor man ihn lesen kann.»
Handkes Schreibstil ist von einer präzisen und oft kühlen Beobachtungsgabe geprägt. Er verwendet eine klare, fast protokollarische Sprache, die das Subjektive und die Banalität des Alltags hervorhebt. Er experimentiert mit Erzählformen, bricht mit traditionellen Handlungsstrukturen und legt großen Wert auf die Reflexion über Sprache selbst. Seine Texte sind oft introspektiv, melancholisch und von einer intensiven Atmosphäre des Existenzialismus und der Entfremdung durchzogen.