Felicitas Hoppes „Hoppe“ ist keine gewöhnliche Autobiografie, sondern eine meisterhaft inszenierte „Traumbiografie“, in der die Autorin eine alternative, fantastische Version ihres eigenen Lebens entwirft. Mit spielerischer Leichtigkeit und scharfem Intellekt erzählt Hoppe von einer Kindheit im kanadischen Exil, einer wilden Jugend in Australien, von waghalsigen Überfahrten über stürmische Ozeane und einer dramatischen Flucht nach Amerika. Ihre Protagonistin durchlebt ein Leben voller Abenteuer, unerwarteter Wendungen und Begegnungen in den entlegensten Winkeln der Welt, immer auf der Suche nach einem Ankerpunkt, nach Zugehörigkeit und nach sich selbst. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen dabei auf faszinierende Weise, während Hoppe virtuos mit Identitäten jongliert. Am Ende führt diese epische Odyssee, reich an maritimen Metaphern und literarischen Anspielungen, die gealterte Reisende zurück in die vermeintlich idyllische deutsche Provinz. Dort wartet, als Krönung dieser kühnen Selbstinszenierung, eine „Wunschfamilie“ auf sie – ein ironischer Rückzug in eine erdachte Heimat, der die Sehnsucht nach Wurzeln und die subversive Kraft der Imagination gleichermaßen beleuchtet. Das Buch ist eine Hommage an die erzählerische Freiheit und die Möglichkeit, sich durch Worte neu zu erfinden.
Critical Reception
"Felicitas Hoppe festigte mit „Hoppe“ ihren Ruf als eine der originellsten und sprachgewandtesten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert."