Alain Claude Sulzers virtuoser Roman "Postskriptum" entführt den Leser in das Jahr 1933, als der gefeierte Filmstar Lionel Kupfer im Hotel Waldhaus in Sils Maria weilt. Doch die Idylle trügt: Als Jude ist er im nationalsozialistischen Deutschland unerwünscht, sein Filmvertrag wird annulliert. Die schmerzliche Botschaft überbringt ihm ausgerechnet sein Liebhaber Eduard, dessen Nähe zu den neuen Machthabern beunruhigend wird. Kupfer ist zur Emigration gezwungen, muss Eduard und den jungen Schweizer Postbeamten Walter zurücklassen, der sich unsterblich in den Star verliebt hat. Der Roman folgt diesen drei Schicksalen über fünfzig Jahre hinweg: Lionel im Exil in New York, wo er nur schwer Fuß fasst; Eduard als undurchsichtiger Kunsthändler und Walter, der dem Star näherkam, als er je zu träumen wagte. Ihre Wege kreuzen sich immer wieder, mal für kurze, intensive Begegnungen, mal nur in der Erinnerung. Trotz räumlicher Trennung und langer Zeitspannen bleiben sie untrennbar miteinander verbunden, gezeichnet von Liebe, Verlust und der europäischen Katastrophe.
Critical Reception
"Alain Claude Sulzers "Postskriptum" wird als ein fesselnder Roman von großer literarischer Virtuosität gefeiert, der die Wirren europäischer Geschichte meisterhaft mit tiefgründigen menschlichen Schicksalen verknüpft."