Zwei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer brechen Inge und Walter Bischoff aus ihrem alten Leben auf, um einem lang gehegten, geheimnisvollen Traum nachzujagen, der sie auf eine weite Reise führt. Ihr Sohn Carl wiederum verweigert die Übernahme des elterlichen Erbes und flieht ins wilde Nachwende-Berlin. Dort taucht er in die anarchische Subkultur einer Gruppe junger Menschen ein, die in der Kellerkneipe 'Assel' operieren, leerstehende Häuser besetzen und sich an undurchsichtigen Geschäften beteiligen. Carl erlebt das raue Chaos der neuen Freiheit, immer auf der Suche nach Effi, seiner verlorenen Liebe. Lutz Seiler verknüpft in 'Stern 111' meisterhaft den globalen Roadtrip der Eltern mit dem packenden Berlin-Roman ihres Sohnes. Das preisgekrönte Werk erzählt nicht nur von einer Gesellschaft im Umbruch, sondern auch von einer Familie, die im Herbst 1989 auseinandergerissen wurde und nun versuchen muss, in einer neuen Welt wieder zueinanderzufinden, und bietet ein eindringliches Panorama der ersten Nachwendejahre in Ost und West.
Critical Reception
"Als preisgekröntes Werk, das unter anderem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, gilt 'Stern 111' als eine der maßgeblichen literarischen Auseinandersetzungen mit der deutschen Nachwendezeit und festigt Lutz Seilers Ruf als herausragender Chronist dieser Epoche."