Im bitterkalten Januar 1944 kreisen alliierte Bomber über der Eifel, während im Untergrund ein gefährliches Spiel um Leben und Tod stattfindet. Egidius Arimond, wegen seiner Epilepsie vom Kriegsdienst befreit, führt ein Doppelleben, das ihn in höchste Gefahr bringt. Tagsüber ein scheinbar unauffälliger Imker, nutzt er seine Bienenstöcke als präparierte Verstecke, um jüdische Flüchtlinge heimlich über die Grenze zu schleusen. Nachts verstrickt er sich in komplexe Liebschaften, die sein ohnehin schon prekär balanciertes Leben zusätzlich komplizieren. Norbert Scheuer zeichnet mit großer Intensität und präziser Sprache das Bild einer zerrissenen Zeit. Er beleuchtet Egidius' innere Konflikte und moralische Dilemmata, während er ihn durch eine Welt navigieren lässt, die von der Brutalität des Krieges, der Angst vor Entdeckung und der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft geprägt ist. Ein packendes Zeugnis menschlichen Mutes und Überlebenswillens unter extremsten Bedingungen.
Critical Reception
"„Winterbienen“ gilt als ein präzises und tiefgründiges Werk der deutschen Gegenwartsliteratur, das auf eindringliche Weise die moralischen Herausforderungen und menschlichen Abgründe der Kriegszeit beleuchtet."