Nach der Flucht aus einem Konzentrationslager in Deutschland und einem Arbeitslager in Rouen findet sich ein namenloser Erzähler, der seine wahre Identität verbirgt, in der staubigen Hafenstadt Marseille wieder. Auf seiner Flucht wurde er gebeten, einen Brief an den Schriftsteller Weidel in Paris zu überbringen, nur um festzustellen, dass dieser sich beim Einmarsch der Nazis das Leben genommen hat. Nun ist er auf der Suche nach Weidels Frau. Im Besitz von Weidels Koffer, der einen unvollendeten Roman und wichtige Transitpapiere enthält, nimmt der Erzähler unwissentlich Weidels Identität an, da die Behörden ihn für den Toten halten. Unter dem Namen Seidler durchkämmt er Cafés auf der Suche nach Marie, die ihrerseits verzweifelt ihren verschwundenen Ehemann sucht. Im Austausch mit anderen Flüchtlingen bei Pizza und Wein, zerstreuen deren Schicksale seine eigene Lethargie und offenbaren ihm ein tieferes Verständnis für die prekäre und transitorische Welt, in der sie leben – stets in Erwartung der begehrten Transitpapiere.
Critical Reception
"Anna Seghers' „Transit“ wird als ein echtes, vollendetes Meisterwerk des zwanzigsten Jahrhunderts gefeiert, dessen erschreckende Relevanz und Wahrhaftigkeit bis ins einundzwanzigste Jahrhundert fortbestehen und von Heinrich Böll als der schönste und beinahe vollkommene Roman der Autorin gelobt wird."
Adaptations
Das Buch wurde 2018 von Christian Petzold unter dem Titel „Transit“ verfilmt.