Heiko Kolbe, ein junger Mann aus prekären Verhältnissen, navigiert zwischen zwei Welten: der dysfunktionalen Familie, in die er hineingeboren wurde, und der Hooligan-Gemeinschaft, die er sich selbst erwählt hat. In Philipp Winklers Roman "Hool" kämpft Heiko verbissen für das, was ihm heilig ist: seinen Fußballverein und die damit verbundene Bruderschaft. Doch seine Lebensgrundlagen erodieren zusehends. Die Mutter verlässt ihn früh, der Vater ertränkt seinen Kummer im Alkohol, seine Freundin flüchtet in Drogen, und selbst seine vermeintlichen Kameraden entgleiten ihm. Weder seine spießige Schwester Manuela, noch sein zwielichtiger Onkel, dessen Fitnessstudio als Fassade für Drogengeschäfte mit Rockerbanden dient, noch sein undurchsichtiger Vermieter, der illegale Tierkämpfe organisiert, bieten ihm Halt. Heikos Leben wird zunehmend inhaltsleerer. Was bleibt, ist der rauschhafte Adrenalinkick der Gewalt – der einzige Anker in einer zerfallenden Existenz. Der Roman taucht tief in die Psyche eines gezeichneten Antihelden ein, dessen Wut und Schmerz in kurzen, prägnanten Sätzen spürbar werden.
Critical Reception
"Der Roman wird als eine eindringliche literarische Stimme für die gesellschaftlich Marginalisierten und als überzeugendes Porträt eines Antihelden in der modernen Literatur gefeiert, das sich in eine große literarische Tradition einreiht."