Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" ist ein monumentaler und unvollendeter Roman, der die Krise der europäischen Moderne am Vorabend des Ersten Weltkriegs meisterhaft seziert. Im Zentrum steht Ulrich, ein brillanter, aber zynischer Intellektueller, der sich nach gescheiterten Karriereversuchen einen "Urlaub vom Leben" nimmt. Er wird unerwartet in die "Parallelaktion" hineingezogen, eine Initiative seiner Cousine Diotima, die das 70. Thronjubiläum Kaiser Franz Josephs 1918 mit einem großen, symbolischen Akt begehen will. Parallel dazu plant das Deutsche Reich, das 30. Regierungsjahr Kaiser Wilhelms II. zu feiern, was die Absurdität der Situation nur noch verstärkt. Musil zeichnet ein satirisches und tiefgründiges Bild einer Gesellschaft, die in Spezialistentum und Pragmatismus gefangen ist, unfähig, eine umfassende, sinnstiftende Idee zu finden. Ulrich verkörpert als "Mann ohne Eigenschaften" die Suche nach Identität und Sinn in einer Welt der scheinbaren Möglichkeiten, in der das Mögliche dem Wirklichen stets überlegen scheint. Das Werk ist eine schonungslose Analyse der intellektuellen und moralischen Strömungen, die in die Katastrophe des 20. Jahrhunderts mündeten, und gilt als eines der wichtigsten und komplexesten Werke der Weltliteratur.
Critical Reception
"Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ gilt als epochales Hauptwerk der europäischen Moderne, das die intellektuellen und gesellschaftlichen Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts tiefgründig analysiert und bis heute nachhallt."