Synopsis

Heinrich Manns wegweisender Roman "Der Untertan" zeichnet die erschreckende Karriere des Diederich Heßling nach, einer Figur, die zum Inbegriff des wilhelminischen Untertanengeistes wird. Schon früh durch einen autoritären Vater und den Drill von Schule und Militär geprägt, entwickelt Heßling eine opportunistische Mentalität, die sich bedingungslos den herrschenden Machtstrukturen unterwirft, um selbst davon zu profitieren. Als Besitzer einer Papierfabrik steigt er in der fiktiven Kleinstadt Netzig zum mächtigsten Bürger auf. Seine Anpassung geht so weit, dass er nicht nur die chauvinistische Rhetorik der Deutschnationalen übernimmt, sondern auch das äußere Erscheinungsbild des Kaisers imitiert. Mann entlarvt Heßlings "Bilderbuchkarriere" als Resultat einer tiefgreifenden "Sinken der Menschenwürde". Der Roman ist eine scharfe Satire und eine schonungslose Analyse der deutschen Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg, die bis heute als zeitloses Porträt von Duckmäusertum und Tyrannenmentalität gilt.

Critical Reception

"Kurt Tucholsky bezeichnete Heinrich Manns Roman als das "Herbarium des deutschen Mannes" und unterstrich damit seine zeitlose Relevanz als präzise Analyse des deutschen Charakters und seiner Verführbarkeit durch Autorität und Opportunismus."

Adaptations

Der Roman wurde 1951 unter der Regie von Wolfgang Staudte in der DDR verfilmt und gilt als bedeutende DEFA-Produktion.

Metadata

ISBN:9781724272393
Pages:390
Age Rating:16+

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