Inmitten der vermeintlichen Idylle eines ostfriesischen Dorfes der Siebzigerjahre, geprägt von grasenden Kühen und gepflegten Reihenhäusern, wächst Daniel Kuper auf. Als Spross einer alteingesessenen Drogistendynastie ist er von Natur aus anders: schmächtig, verschlossen und mit einer lebhaften Fantasie, die im engen Korsett des dörflichen Lebens keinen Raum findet. Seine Existenz ist ein stiller Protest gegen die Konformität, doch bald nehmen die Ereignisse eine unheilvolle Wendung. Seltsame Vorkommnisse wie plötzlicher Schneefall im Sommer, das Auftauchen eines Kornkreises, ein mysteriöser Vorfall an den Bahngleisen und sogar Hakenkreuze an Hauswänden erschüttern die Gemeinschaft. Unerklärlicherweise wird Daniel zum Sündenbock auserkoren. Jede seiner verzweifelten Bemühungen, seine Unschuld zu beweisen, verstrickt ihn nur tiefer in das Netz aus Misstrauen und Vorurteilen. Was als unschuldige Andersartigkeit begann, eskaliert zu einem erbitterten Kampf David gegen Goliath – Daniel gegen das Dorf. Ein Kampf, den er gegen die gnadenlose Masse, die seine Andersartigkeit nicht duldet, unweigerlich verlieren muss und der die Tragik eines Außenseiters in einer engstirnigen Welt schmerzlich offenbart.
Critical Reception
"Dieses Werk gilt als eine prägnante Auseinandersetzung mit den Abgründen der deutschen Provinz und der psychologischen Dynamik von Ausgrenzung."