Jan Brandt, geboren 1974 in Leer, Ostfriesland, ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Nach dem Abitur leistete er Zivildienst und studierte anschließend Geschichte und Philosophie in Köln und London. Er arbeitete zunächst als freier Journalist unter anderem für Die Zeit und den Spiegel, bevor er sich verstärkt der Belletristik zuwandte. Sein Durchbruch gelang ihm 2010 mit dem Roman 'Ein Haus auf dem Lande. Eine ostfriesische Familienchronik', der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand und ihm mehrere Auszeichnungen einbrachte. Das semi-autobiografische Werk verknüpft auf humorvolle und melancholische Weise persönliche Familiengeschichte mit der deutschen Nachkriegsgeschichte. Brandt ist bekannt für seine präzise Beobachtungsgabe und seinen oft essayistischen Stil, der sich nicht scheut, auch politische und gesellschaftliche Themen zu verhandeln. Sein Roman 'Gegen die Welt' (2019) wurde ebenfalls hochgelobt und für den Wilhelm Raabe-Literaturpreis nominiert.
«Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl – und dieses Gefühl ist oft komplizierter, als man denkt, wenn man es zu Papier bringen will.»
«Die Geschichte meiner Familie ist untrennbar mit der Geschichte dieses Landes verbunden; sie sind zwei Seiten derselben Medaille.»
«Manchmal muss man sich von der Welt abwenden, um sie wirklich zu sehen.»
Jan Brandts Schreibstil ist geprägt von einer feinen Beobachtungsgabe, trockenem Humor und einer tiefen Melancholie. Er verbindet autobiografische Elemente oft mit zeitgeschichtlichen Kontexten, wobei er eine präzise, detailreiche und oft bildhafte Sprache verwendet. Seine Erzählweise ist essayistisch und reflektierend, gleichzeitig aber auch sehr zugänglich. Er wechselt geschickt zwischen persönlicher Anekdote und allgemeingültiger Betrachtung, was seinen Werken eine besondere Tiefe verleiht.