George Saunders' preisgekrönter Roman "Lincoln im Bardo" entfaltet eine tiefgründige und formal innovative Erzählung, die sich um den Tod von Präsident Abraham Lincolns elfjährigem Sohn Willie während des amerikanischen Bürgerkriegs rankt. Basierend auf historischen Berichten, die den trauernden Vater allein am Grab seines Sohnes zeigen, spinnt Saunders eine vielstimmige Geschichte, die sich im tibetischen Zwischenreich – dem Bardo – abspielt. Auf dem Georgetown Cemetery begegnet Willie einer facettenreichen Gemeinschaft von Geistern – realen und fiktiven, historischen und literarischen –, die zwischen Diesseits und Jenseits gefangen sind. Während Lincoln in seiner unermesslichen Trauer versucht, Abschied zu nehmen, entbrennt unter den Geistern ein furioser Streit um Willies junge Seele. Durch diesen grandiosen Chor, der unterschiedliche Perspektiven auf Leben, Tod, Liebe und Verlust vereint, stellt Saunders die universellen Fragen der menschlichen Existenz: Wie gehen wir mit unerträglichem Schmerz um, und warum lieben wir, wenn wir doch wissen, dass alles ein Ende hat? Es ist eine hypnotische Meditation über Trauer, Empathie und die Komplexität des menschlichen Herzens.
Critical Reception
"Als Gewinner des Man Booker Prize hat "Lincoln im Bardo" die Literaturwelt tief beeindruckt und George Saunders' Ruf als eine der originellsten und bedeutendsten Stimmen der Gegenwart gefestigt."