Dieses wegweisende Werk, unter der Herausgeberschaft von Andreas Kappeler, stellt eine kritische Revision der russischen Geschichtsschreibung dar, indem es die bisherige Fixierung auf die Hauptstädte aufbricht. Der Sammelband versammelt 25 Beiträge internationaler Historiker aus Russland, Amerika, Frankreich und dem deutschsprachigen Raum, die sich der Regionalgeschichte Russlands im 16. und 17. Jahrhundert widmen. Es beleuchtet vielfältige Regionen wie den russischen Norden und Westen, die multikonfessionelle Wolgaregion und die Kosakengebiete im Süden und Osten. Dabei werden zentrale Themen wie Historiographie, Verwaltung, die Orthodoxe Kirche, Klöster, Frömmigkeit, Adel, Städter und Bauern sowie die Entstehung regionaler Identitäten in der Frühen Neuzeit umfassend behandelt. Das Buch widerlegt die gängige Erzählung von unbedingter Zentralisierung, autokratischer Allmacht der Zaren und der Ohnmacht der Provinzen und liefert den Nachweis, dass eine differenziertere Betrachtung der regionalen Dynamiken notwendig ist.
Critical Reception
"Als maßgeblicher Sammelband markiert dieses Werk einen entscheidenden Wendepunkt in der internationalen Forschung zur russischen Regionalgeschichte und fordert gängige Geschichtsnarrative fundamental heraus."