Andreas Kappeler ist ein angesehener Schweizer Historiker und einer der führenden Experten für die Geschichte Osteuropas, insbesondere Russlands und der Ukraine. Er wurde 1943 geboren und studierte Geschichte, Slawistik und Germanistik an den Universitäten Zürich und Wien, wo er 1969 promovierte. Kappeler habilitierte sich 1980 in Köln und war von 1986 bis 2011 Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte der Nationalitäten, der Vielvölkerreiche (insbesondere des Zarenreichs) und der Ukraine. Seine Werke sind für ihre umfassende Quellenkenntnis und differenzierte Analyse bekannt und haben maßgeblich zum Verständnis der komplexen historischen Entwicklungen in dieser Region beigetragen. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel verfasst, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und als Standardwerke gelten.
«Die Geschichte der Ukraine ist untrennbar mit der Geschichte ihrer Nachbarn verbunden, aber sie ist keine bloße Randnotiz der russischen oder polnischen Historie.»
«Vielvölkerreiche waren keine statischen Gebilde, sondern dynamische Räume des Austauschs und oft auch des Konflikts.»
«Das Verständnis nationaler Narrative erfordert immer auch die kritische Reflexion der Konstruktionsprozesse und der jeweiligen Machtinteressen.»
Kappelers Schreibstil ist präzise, klar und analytisch. Er zeichnet sich durch eine fundierte Argumentation, eine detaillierte Quellenarbeit und eine nuancierte Darstellung komplexer historischer Zusammenhänge aus. Trotz der oft akademischen Tiefe seiner Themen bemüht er sich um eine verständliche Sprache, die sowohl Fachpublikum als auch interessierten Laien zugänglich ist. Seine Arbeiten sind von einer kritischen Distanz und dem Bestreben nach Objektivität geprägt.