Christian Krachts "Faserland", ein wegweisendes Werk der deutschen Popliteratur von 1995, entführt den Leser auf eine desillusionierte Reise mit einem namenlosen Protagonisten quer durch Deutschland bis in die Schweiz. Dieser junge Mann, zwischen zwanzig und dreißig, ist ein Spiegelbild der inneren Zerfaserung und Sinnleere einer Generation der 90er Jahre. Getrieben von einer diffusen Rastlosigkeit, betäubt er seine Existenz mit Partys, Drogen und oberflächlichen Begegnungen. Kracht zeichnet ein vernichtendes Gesellschaftsbild, das von Konsum, Hedonismus und einem tiefgreifenden "Null-Bock-Syndrom" geprägt ist. Die Erzählung ist durchzogen von expliziten Stilelementen des Ekels und widersprüchlichen politischen Gedanken, die das zerrüttete Innenleben des Protagonisten eindringlich spiegeln. Der Roman ist eine scharfe Beobachtung einer Gesellschaft, die ebenso unruhig und haltlos erscheint wie ihr reisender Erzähler, und prägte maßgeblich das Verständnis der damaligen Jugendkultur.
Critical Reception
""Faserland" wird als einflussreiches und begründendes Werk der deutschen Popliteratur angesehen, das die Realität und das Lebensgefühl der 20- bis 30-Jährigen in den 1990er Jahren präzise erfasste."