Im Herzen eines Schweizer Sanatoriums, genannt "Les Cerisiers", versammeln sich drei Kernphysiker, die sich für wahnsinnig halten. Einer von ihnen, Johann Wilhelm Möbius, behauptet, vom Geist des Königs Salomo heimgesucht zu werden, der ihm die Formel für eine unfassbar zerstörerische Energie offenbart hat. Seine Vorgehensweise, die Welt durch die Vortäuschung des Irrsinns vor seiner Entdeckung zu schützen, wird jedoch durch die Anwesenheit zweier weiterer Physiker kompliziert, die sich ebenfalls als Geisteskranke ausgeben: Newton (alias Alec Jasper Kilton) und Einstein (alias Joseph Eisler). Diese entpuppen sich als Geheimagenten rivalisierender Weltmächte, die Möbius' Wissen für ihre Zwecke zu nutzen versuchen. Doch Dürrenmatt treibt die Ironie auf die Spitze: Das Sanatorium wird nicht nur zum Schauplatz intellektueller Duelle und mörderischer Verstrickungen, sondern auch zum Gefängnis, als sich herausstellt, dass die Leiterin, Mathilde von Zahnd, selbst die wahre "Irre" ist. Sie hat die Geheimnisse von Möbius längst entziffert und plant, die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem sie die Menschheit mit dieser Macht unterjocht. Das Stück stellt die drängende Frage nach der Verantwortung des Wissenschaftlers und der Unmöglichkeit, einmal freigegebenes Wissen zu kontrollieren.
Critical Reception
""Die Physiker" gilt als eines der wichtigsten und meistgespielten Dramen des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum und als pointierte Auseinandersetzung mit der moralischen Verantwortung der Wissenschaft im Atomzeitalter."
Adaptations
Es gab mehrere Fernsehinszenierungen des Bühnenstücks.