Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, verändert sich das ganze Leben. Alles ist anders. Judith Hermanns eindringlicher Erzählband „Alice“ widmet sich genau diesem tiefgreifenden menschlichen Erlebnis und zeichnet ein sensibles Porträt der titelgebenden Protagonistin Alice. In fünf miteinander verwobenen Erzählungen erleben wir Alice in Momenten des Abschieds und der Trauer. Jede Begegnung, jede Erinnerung an die Verstorbenen, sei es ein Freund, ein Liebhaber oder ein Verwandter, wird zu einem Mosaikstein ihrer inneren Landschaft. Plötzlich ist es unmöglich, sich genau zu erinnern, wie der Mensch aussah, wie er sprach, fluchte, lächelte, wie er sein Leben lebte. Doch Objekte bleiben zurück – Bücher, Briefe, Bilder – und immer wieder scheint sie die Verstorbenen in der Menge zu sehen. Hermanns Prosa fängt die Tage des Übergangs, des Wartens, des Festhaltens und Loslassens mit einer bemerkenswerten Präzision ein. Sie zeigt auf, wie klar und schillernd solche Tage manchmal sein können, wie im Schmerz auch eine eigenartige Schönheit und Erkenntnis liegen kann. „Alice“ ist ein Buch von außergewöhnlicher Kraft und großer literarischer Schönheit, das das menschliche Erleben von Verlust mit eindringlicher Poesie beleuchtet.
Critical Reception
"Dieses Werk wird als von außergewöhnlicher Kraft und großer literarischer Schönheit gefeiert und festigt Judith Hermanns Ruf als eine der profiliertesten Stimmen der europäischen Gegenwartsliteratur."