Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun, Schweiz, ist ein preisgekrönter Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Romancier. Er begann seine Karriere im Theater und erlangte mit Stücken wie "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" (2003) internationale Bekanntheit. Sein literarisches Werk zeichnet sich durch eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, historischen und moralischen Fragen aus. Romane wie "Hundert Tage" (2008), der sich mit dem Völkermord in Ruanda befasst, und "Koala" (2014), eine Untersuchung des Suizids und der modernen Identität, brachten ihm große Anerkennung und zahlreiche Auszeichnungen ein. Bärfuss ist auch als Essayist und öffentlicher Intellektueller bekannt, der sich provokativ zu politischen und sozialen Themen äußert. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt, was ihn zu einer der prägendsten Stimmen der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur macht.
«Jede Erzählung ist ein Versuch, das Unsagbare sagbar zu machen.»
«Wir leben in einer Gesellschaft, die das Scheitern nicht zulässt, aber gleichzeitig ständig produziert.»
«Die Wahrheit ist selten schön, aber sie ist immer interessant.»
Bärfuss' Schreibstil ist präzise, analytisch und oft lakonisch, geprägt von einer klaren und ungeschmückten Sprache. Er verzichtet auf Sentimentalität und konzentriert sich auf die Darstellung komplexer Realitäten und moralischer Ambiguitäten. Seine Prosa zeichnet sich durch eine tiefe psychologische Einsicht und eine genaue Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen aus. Er verbindet oft historische Recherche mit fiktionaler Erzählung und philosophischer Reflexion, um grundlegende Fragen der Existenz und Gesellschaft zu ergründen.