Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, ist eine deutsche Schriftstellerin iranischer Abstammung. Ihre Kindheit verbrachte sie im ländlichen Rheinland-Pfalz, eine Erfahrung, die oft in ihren Werken mitschwingt. Sie studierte Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim, was ihr einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Strukturen und kulturelle Identitäten vermittelte. Nach ihrem Studium arbeitete sie unter anderem in der Jugendbildungsarbeit, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Ihr Debütroman 'Nachts ist es leise in Teheran' (2016) wurde von Kritikern hochgelobt und vielfach ausgezeichnet. Darin verarbeitet sie die Geschichte einer iranischen Familie über mehrere Generationen hinweg und beleuchtet die Auswirkungen politischer Umbrüche und Migration. Mit ihrem zweiten Roman 'Drei Kameradinnen' (2021) setzte sie sich intensiv mit den Themen Rassismus, Freundschaft und weiblicher Solidarität in der deutschen Gesellschaft auseinander. Bazyar gilt als eine wichtige Stimme der zeitgenössischen deutschen Literatur, die sich mutig und einfühlsam den großen Fragen unserer Zeit stellt.
«Man hat Angst, weil es neu ist, weil man nicht weiß, wie es wird, aber nicht, weil man glaubt, es nicht zu schaffen.»
«Ein Zuhause ist nicht dort, wo deine Sachen sind. Ein Zuhause ist da, wo du verstanden wirst.»
«Manchmal ist es leichter, gegen etwas anzukämpfen, als für etwas, das man vielleicht schon verloren hat.»
Shida Bazyars Schreibstil ist prägnant, einfühlsam und doch schonungslos direkt. Sie wechselt oft geschickt zwischen verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen, um komplexe Familiengeschichten oder soziale Dynamiken darzustellen. Ihre Sprache ist bildhaft und emotional dicht, sie scheut sich nicht, unbequeme Wahrheiten über Rassismus und gesellschaftliche Ungleichheit auszusprechen. Charakteristisch sind starke, oft weibliche Figuren, deren Innenleben detailliert und glaubwürdig gezeichnet wird. Sie verbindet persönliche Erfahrungen mit gesellschaftskritischen Beobachtungen und schafft so eine hohe Authentizität in ihren Erzählungen.