Friedemann Schulz von Thun, geboren am 6. August 1944 in Soltau, ist ein deutscher Psychologe und Kommunikationswissenschaftler, dessen wegweisende Arbeiten die zwischenmenschliche Kommunikation maßgeblich geprägt haben. Er studierte Psychologie, Philosophie und Pädagogik an der Universität Hamburg, wo er 1973 promovierte und sich 1975 habilitierte. Von 1975 bis zu seiner Emeritierung 2009 war er Professor für Psychologie an derselben Universität, spezialisiert auf Kommunikationspsychologie und Psychologie der Organisationsentwicklung. Sein bekanntestes und einflussreichstes Werk ist das "Vier-Ohren-Modell" (auch Nachrichtenquadrat genannt), das er in den späten 1970er Jahren entwickelte. Dieses Modell beleuchtet die vier Ebenen jeder Botschaft: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Schulz von Thun hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, die sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anleitungen für eine bessere Kommunikation bieten und weite Verbreitung in Wissenschaft und Praxis gefunden haben. Sein Werk ist in vielen Bereichen, von Führung und Beratung bis hin zu Pädagogik und Therapie, von großer Bedeutung.
«Jede Botschaft, ob gesprochen oder nicht, enthält immer vier Botschaften gleichzeitig.»
«Man kann nicht nicht kommunizieren – aber man kann missverstanden werden.»
«Wer sich selbst versteht, versteht auch andere besser.»
Schulz von Thuns Schreibstil ist bekannt für seine Klarheit, Verständlichkeit und hohe Praxisnähe. Er schafft es, komplexe psychologische Konzepte und Kommunikationstheorien anschaulich und mit vielen Alltagsbeispielen zu erklären, wodurch seine Werke auch für ein breites Publikum zugänglich sind. Er verwendet oft einprägsame Metaphern und Modelle, um Sachverhalte zu illustrieren. Seine Sprache ist präzise, aber nie abgehoben, was seinen Büchern eine hohe Relevanz für den persönlichen und beruflichen Alltag verleiht und sie zu Standardwerken in der Kommunikationspsychologie macht.