Bernhard Schlink, geboren 1944 in Großdörp, ist ein herausragender deutscher Jurist, Hochschullehrer und Schriftsteller. Er studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg und Berlin und promovierte 1975. Nach einer Karriere als Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie, unter anderem an den Universitäten Bonn und der Humboldt-Universität zu Berlin, begann er Ende der 1980er Jahre mit dem Schreiben von Belletristik. Internationale Bekanntheit erlangte Schlink 1995 mit seinem Roman „Der Vorleser“, der sich millionenfach verkaufte und 2008 erfolgreich verfilmt wurde. Seine Werke, die oft tiefgründige moralische und rechtliche Fragen mit persönlichen Schicksalen verknüpfen, beschäftigen sich intensiv mit den Themen Schuld, Gerechtigkeit, Erinnerung und der Aufarbeitung deutscher Geschichte. Neben seinen Romanen schrieb er auch eine Reihe von Kriminalromanen um den Privatdetektiv Gerhard Selb, die ebenfalls eine Brücke zwischen Recht und persönlicher Moral schlagen. Schlinks Beiträge zur Literatur sind geprägt von seiner Fähigkeit, komplexe menschliche Erfahrungen und gesellschaftliche Herausforderungen zugänglich und nachdenklich zu beleuchten.
«Verständnis bedeutet nicht Verzeihen.»
«Jede Liebe ist ein Sturz. Nach oben.»
«Was wir einander antun, können wir nur mit der Liebe verantworten.»
Schlinks Schreibstil ist geprägt von Präzision, Klarheit und einer oft nüchternen, aber eindringlichen Sprache. Er zeichnet sich durch eine intellektuelle Tiefe aus, die komplexe ethische und moralische Dilemmata beleuchtet, ohne dabei emotional distanziert zu wirken. Seine Prosa ist psychologisch nuanciert und oft melancholisch, mit einem Fokus auf innere Konflikte und die feinen Schattierungen menschlicher Beziehungen und historischer Verantwortung.