In seinem bahnbrechenden Werk "Haben oder Sein" beleuchtet Erich Fromm zwei grundlegend verschiedene Existenzweisen, die das menschliche Dasein prägen. Er kritisiert die vorherrschende westliche Gesellschaft, die sich auf den "Modus des Habens" konzentriert – gekennzeichnet durch Besitzgier, Konsumismus, materielle Akkumulation und die Identifikation des Selbst mit äußeren Besitztümern. Fromm argumentiert, dass dieser Modus zu Entfremdung, Oberflächlichkeit und einem Gefühl der Leere führt, da das individuelle Glück und der Wert an ständig veränderliche, externe Faktoren gebunden sind. Als Gegenpol dazu stellt er den "Modus des Seins" dar, eine Lebensweise, die auf Aktivität, Produktivität, Teilen und der Entwicklung des inneren Selbst basiert. Merkmale dieses Seins-Modus sind Unabhängigkeit, Freiheit, kritische Vernunft, Achtsamkeit und die Fähigkeit zur echten, tiefgründigen Erfahrung. Fromm plädiert für eine radikale Abkehr vom Habenwollen hin zu einem menschlicheren Dasein, das auf innerem Reichtum und aktiver Teilnahme am Leben gründet. Das Buch dient als zugängliche Einführung in Fromms humanistische Philosophie und seine tiefgehende Gesellschaftskritik, indem es komplexe Gedanken verständlich aufbereitet und einen Weg zu einem erfüllteren, nicht entfremdeten Leben aufzeigt.
Critical Reception
"Dieses zeitlose Werk gilt als eine der prägendsten Schriften des 20. Jahrhunderts zur Humanistischen Psychologie und Gesellschaftskritik, dessen Botschaft heute noch von großer Relevanz ist und unzählige Denker beeinflusst hat."