Synopsis

Jürgen Osterhammels Werk beleuchtet den Kolonialismus als ein ab etwa 1500 von Europäern etabliertes System der Herrschaft, das im Kern brutal und von Habgier, Rassismus sowie missionarischem Eifer getrieben war. Es hinterließ tiefe Traumata, manifestiert in der fast vollständigen Auslöschung der Ureinwohner Nordamerikas, der Versklavung von Millionen Afrikanern und millionenfachem Hungertod in Indien. Doch trotz dieses eindeutigen moralischen Urteils über den fast 500 Jahre währenden Eroberungs- und Raubzug präsentiert Osterhammel den Kolonialismus als eine Erscheinung von „kolossaler Uneindeutigkeit“. Er zeigt, dass es nicht "den" Kolonialismus gab, sondern dieser sich in unzähligen Formen äußerte: von wagemutigen Entdeckern wie Kolumbus bis zu mitleidslosen Geschäftemachern wie Jan Pieterszoon Coen. Die Machtausübung reichte von wenigen Soldaten auf Hispaniola bis zum Schreckensregiment im Kongo. Zudem weist das Buch auf die "Dialektik des Kolonialismus" hin, indem es aufzeigt, wie dieser, paradoxerweise, mancherorts Modernisierungsschübe durch Infrastruktur, Verwaltung und Bildung bewirkte und somit die Grundlage für spätere Unabhängigkeitsbewegungen schuf.

Critical Reception

"Jürgen Osterhammels Werk ist eine maßgebliche Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit und den Widersprüchen des Kolonialismus, die über ein einfaches moralisches Urteil hinausgeht."

Metadata

ISBN:9783652011464
Pages:168
Age Rating:16+

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