In den winterlichen Weiten Innsbrucks findet ein obdachloser Mann Unterschlupf in einer lange verlassenen Wohnung am Waldrand und stößt auf eine schreckliche Entdeckung: die Leiche einer Frau, die seit zwei Jahrzehnten unbemerkt im Schlafzimmer lag. Dieser makabre Fund wird zum gefundenen Fressen für den Pressefotografen David Bronski. Gemeinsam mit seiner Journalistenkollegin Svenja Spielmann soll er den Fall dokumentieren und die Geschichte der Toten aufdecken. Doch Bronski birgt ein Geheimnis: Der Fall hat eine tiefere, persönliche Bedeutung für ihn, die er verschweigt. Seit jeher zieht es Bronski zum Unglück, er fängt das Dunkle der Welt mit seiner Kamera ein, sucht die Stille des Todes. Es ist eine Sucht, die ihn antreibt – eine Faszination, die er in seiner geheimen Dunkelkammer in analoge Kunstwerke verwandelt. Dort entstehen Porträts von Toten, ein Versuch, nach einem schweren Schicksalsschlag wieder einen Sinn im Leben zu finden. Sein einzigartiger und verstörender Ansatz macht ihn zu einem Chronisten des Verfalls und des Todes.
Critical Reception
"Bernhard Aichners „Dunkelkammer“ gilt als atmosphärisch dichter Thriller, der durch seine morbide Ästhetik und die tiefgründige Charakterstudie seines Protagonisten das Genre bereichert und Leser in seinen Bann zieht."