Nach dem rätselhaften Unfalltod ihrer Eltern wird die Wiener Physikerin Ruth mit einem bizarren letzten Willen konfrontiert: Ihre Eltern wollen in Groß-Einland, einem Ort ihrer Kindheit, beigesetzt werden, der sich jedoch Fremden hartnäckig entzieht. Als Ruth den schwer auffindbaren Ort erreicht, entdeckt sie dessen düsteres Geheimnis: Unter dem gesamten Dorf erstreckt sich ein gigantischer Hohlraum, ein „Loch“, das das Leben der Bewohner auf verstörende Weise beeinflusst und die Statik des Ortes bedroht. Trotz offensichtlicher Gefahr und zahlreicher verborgener Hinweise auf seine wechselvolle Geschichte schweigt die Gemeinde beharrlich darüber. Ruth vermutet, dass die mächtige Gräfin der Gemeinde dieses Schweigen steuert. Ihre Nachforschungen führen sie tief in die verdrängte NS-Vergangenheit Groß-Einlands und enthüllen Verbindungen zu ihrer eigenen Familiengeschichte. Je intensiver Ruth die Verwicklungen aufdeckt, desto vehementer wird ihr Widerstand entgegengebracht, doch sie ahnt, dass die geheimnisvollen Strukturen des Ortes ohne die Geschichte dieses rätselhaften Loches nicht zu entschlüsseln sind.
Critical Reception
"Raphaela Edelbauers Debütroman „Das flüssige Land“ wurde von der Jury des Deutschen Buchpreises als „unheimlich, spannend, aberwitzig und kaum zu fassen – einfach fantastische Literatur“ gelobt und für seine innovative Grenzüberschreitung in der Literatur ausgezeichnet."