Im China der Mitte des 19. Jahrhunderts entfesselt eine christliche Aufstandsbewegung unter Führung eines Konvertiten, der sich für den zweiten Sohn Gottes hält, eine Welle von Terror und Zerstörung, die das Kaiserreich an den Rand des Abgrunds drängt. Ein idealistischer junger deutscher Missionar reist nach Nanking, um die Rebellion aus erster Hand zu verstehen und hofft, bei der Modernisierung des Reiches helfen zu können. Doch er gerät unversehens zwischen die Fronten dieses brutalen Konflikts, wo er droht, alles zu verlieren, was ihm lieb und teuer ist. Thome entfaltet ein packendes Panorama der Zeit, das von Hongkong über Shanghai bis Peking reicht und eine faszinierende Galerie zerrissener Persönlichkeiten präsentiert: vom britischen Sonderbotschafter, der mit seinen eigenen Dämonen ringt, bis zum chinesischen Gelehrten, der zum gefürchteten Kriegsherrn aufsteigt. Der Roman "Gott der Barbaren" ist eine tiefgründige Erkundung religiösen Fanatismus, unserer menschlichen Anfälligkeit für Verführung und des schmerzhaften Verlusts von Orientierung in einer sich radikal wandelnden Welt, die in beunruhigender Weise Parallelen zu den Terrorbewegungen unserer heutigen Zeit zieht.
Critical Reception
"Stephan Thomes "Gott der Barbaren" wird als ein weitsichtiger und tiefgründiger Roman gewürdigt, der historische Ereignisse mit zeitgenössischen Fragen von religiösem Fanatismus und gesellschaftlicher Verunsicherung auf beklemmende Weise verknüpft."