Synopsis

Heimito von Doderers monumentaler Roman „Die Dämonen“ taucht tief in das Wien der Zwischenkriegszeit ein, eine Metropole im Umbruch nach dem Kollaps der k.u.k. Monarchie, kurz vor dem verhängnisvollen Justizpalastbrand von 1927. Das Werk ist ein komplexes Geflecht aus zahlreichen miteinander verwobenen Lebenswegen und Schicksalen, die die österreichische Gesellschaft in ihrer ganzen Bandbreite abbilden. Zentrales Thema ist die „zweite Wirklichkeit“: die subjektiven Wahrnehmungen und Konstruktionen der Realität, die jeder Charakter für sich selbst erschafft und die die objektive Wahrheit oft überlagern. Doderer beleuchtet meisterhaft, wie Musik und Erotik als prägende Kräfte das individuelle und kollektive Erleben formen, sowohl in der äußeren Handlung als auch in der psychologischen Tiefe der Figuren. Der Roman ist eine intellektuelle Herausforderung und zugleich ein fesselndes Panorama über gesellschaftlichen Verfall, die Suche nach Identität und die Fragilität der menschlichen Existenz. Er reflektiert über die Prozesse des Empfangens und Produzierens von Realität und deren oft ambivalente Bedeutungen. Ein zeitloses Meisterwerk, das die Grenzen zwischen dem Sichtbaren und dem Erträumten auslotet.

Critical Reception

"Als eines der bedeutendsten Werke der österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts genießt „Die Dämonen“ einen kanonischen Status und wird für seine epische Breite, psychologische Tiefe und sprachliche Meisterschaft international hoch geschätzt."

Metadata

ISBN:9783110715576
Pages:555
Age Rating:16+

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