Giovanni Boccaccios "Das Dekameron" ist eine epochale Sammlung von hundert Novellen, eingebettet in eine brillante Rahmenhandlung, die sich während der verheerenden Pest von 1348 in Florenz entfaltet. Zehn junge Florentiner – sieben Frauen und drei Männer – fliehen vor dem "Schwarzen Tod" auf ein abgelegenes Landgut außerhalb der Stadt. Um sich die Zeit zu vertreiben und die Schrecken der Epidemie zu vergessen, beschließen sie, sich zehn Tage lang gegenseitig Geschichten zu erzählen, wobei jeder Tag einem bestimmten Thema gewidmet ist. Die Erzählungen sind ein facettenreiches Panorama menschlicher Erfahrungen: Sie reichen von derbem Humor und erotischen Eskapaden über scharfsinnige Anekdoten bis hin zu tiefgründigen Tragödien und moralischen Lehrstücken. Boccaccio zeichnet ein lebendiges und oft ungeschöntes Bild der mittelalterlichen Gesellschaft, ihrer Sitten, Werte und Leidenschaften. Das Werk ist eine Feier des Lebens, der Liebe und der menschlichen Widerstandsfähigkeit im Angesicht des Todes und gilt als ein Meisterwerk der Weltliteratur, das nachfolgende Generationen von Schriftstellern maßgeblich beeinflusste.
Critical Reception
"„Das Dekameron“ ist ein unbestrittener Eckpfeiler der Weltliteratur, der durch seine narrative Meisterschaft, seine tiefgründige Darstellung der menschlichen Natur und seine gesellschaftliche Relevanz über Jahrhunderte hinweg Bestand hat und als frühes Zeugnis der Renaissance gilt."
Adaptations
Ja, eine der bekanntesten Verfilmungen ist Pier Paolo Pasolinis „Decameron“ aus dem Jahr 1971, der Teil seiner „Trilogie des Lebens“ ist. Es gibt auch weitere Adaptionen in Film, Fernsehen und Theater.