Christian Matthias Theodor Mommsen (1817–1903) war ein bedeutender deutscher Altertumswissenschaftler, Historiker, Jurist, Journalist, Politiker und Archäologe. Er gilt als einer der größten klassischen Gelehrten des 19. Jahrhunderts. Sein Hauptwerk, die dreibändige „Römische Geschichte“, revolutionierte die Darstellung der Antike durch seine lebendige Sprache, seine kritische Quellenanalyse und seinen Versuch, die römische Geschichte als dynamischen Prozess zu verstehen. Für dieses epochale Werk erhielt er 1902 den Nobelpreis für Literatur, eine Anerkennung, die seine literarische Qualität und seinen weitreichenden Einfluss auf das historische Denken würdigte. Mommsen war nicht nur ein brillanter Gelehrter, sondern auch ein engagierter liberaler Politiker, der sich für die Reichsgründung und für freiheitliche Werte einsetzte. Sein Gesamtwerk umfasst über 1500 Publikationen, darunter auch wegweisende Beiträge zur römischen Rechtsgeschichte und Epigraphik. Er war maßgeblich an der Edition des Corpus Inscriptionum Latinarum beteiligt.
«Es ist uns, der Wissenschaft, nicht gegeben, nach dem Wünschenswerten zu fragen, sondern nur nach dem Gewesenen.»
«Man verliert einen großen Teil des Lebens dadurch, dass man zu früh ernst wird und zu spät albern.»
«Dem Historiker gehört die Vergangenheit, dem Staatsmann die Zukunft.»
Mommsens Schreibstil zeichnet sich durch seine präzise, aber zugleich lebendige und kraftvolle Sprache aus. Er verband akribische wissenschaftliche Genauigkeit mit einer meisterhaften Erzählkunst. Sein Stil war oft engagiert und urteilend, was ihm ermöglichte, komplexe historische Zusammenhänge zugänglich zu machen und seine Interpretationen überzeugend darzulegen. Er verwendete eine reiche Rhetorik und eine anschauliche Diktion, die seine historischen Werke oft wie epische Erzählungen wirken ließen und breite Leserkreise ansprachen.