Lucius Annaeus Seneca, bekannt als Seneca der Jüngere, war ein römischer Philosoph, Staatsmann, Dramatiker und Rhetoriker, geboren um 4 v. Chr. in Corduba, Hispania (heutiges Spanien). Er war eine zentrale Figur des Stoizismus in seiner Zeit. Seine Karriere war von politischen Höhen und Tiefen geprägt; er wurde 41 n. Chr. von Kaiser Claudius wegen angeblichen Ehebruchs verbannt, kehrte jedoch 49 n. Chr. als Erzieher des jungen Nero nach Rom zurück. Unter Neros Herrschaft stieg Seneca zu großem Einfluss auf und wurde einer der mächtigsten Männer Roms, der Nero in den ersten Jahren seiner Regentschaft maßgeblich beriet. Er verfasste zahlreiche philosophische Schriften, Briefe und Tragödien, die seine stoische Weltanschauung widerspiegeln. Nach einer Phase des Rückzugs aus der Politik wurde er 65 n. Chr. in die Pisonische Verschwörung gegen Nero verwickelt und gezwungen, Suizid zu begehen. Sein Werk hat die westliche Philosophie und Literatur tiefgreifend beeinflusst.
«Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.»
«Jede neue Stufe des Lebens bringt auch neue Aufgaben mit sich.»
«Die Seele, die keine festen Anker hat, wird von jedem Wind hin- und hergeworfen.»
Senecas Schreibstil ist geprägt von Klarheit, Prägnanz und einer starken rhetorischen Eleganz. Er verwendet oft Antithesen, Epigramme und lebendige Bilder, um seine philosophischen Argumente zu untermauern. Seine Prosa ist didaktisch und moralisierend, darauf abzielend, den Leser zur Tugend und zur stoischen Gelassenheit zu führen. In seinen Tragödien nutzt er eine oft überladene und pathetische Sprache, die auf intensive emotionale Effekte abzielt und sich durch lange Monologe und dramatische Ironie auszeichnet.