Franzobel, bürgerlich Franz Stefan Gsellmann, geboren 1967 in Vöcklabruck, Österreich, ist ein österreichischer Schriftsteller, der für seine vielseitigen Werke in Prosa, Drama und Lyrik bekannt ist. Er studierte Germanistik und Geschichte, brach sein Studium jedoch ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Seit den 1990er Jahren hat er ein umfangreiches Werk geschaffen, das oft von historischer Recherche durchdrungen ist und satirische, skurrile sowie sprachspielerische Elemente vereint. Franzobel ist dafür bekannt, Konventionen zu brechen und die deutsche Sprache neu zu erfinden. Sein Durchbruch gelang ihm unter anderem mit dem Roman 'Das Floridsdorfer Krokodil' und später mit dem hochgelobten Roman 'Das Floß der Medusa', der 2017 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand und ein großer Erfolg wurde. Er gilt als einer der wichtigsten und unberechenbarsten Stimmen der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur.
«Jede Wahrheit ist eine Lüge, die sich noch nicht als solche entlarvt hat.»
«Literatur muss wehtun, wenn sie etwas bewirken will.»
«Der Humor ist die Höflichkeit der Verzweiflung.»
Franzobels Schreibstil ist geprägt von virtuoser Sprachbeherrschung, dunklem Humor und scharfer Satire. Er neigt zum Grotesken und Absurden, verknüpft akribische historische Recherche mit fiktiven Elementen und experimentiert leidenschaftlich mit sprachlichen Formen und Wortspielen. Seine Werke sind oft provokant, ironisch und erzählerisch vielschichtig, wodurch er Konventionen hinterfragt und eine einzigartige literarische Stimme entwickelt hat.