Egon Friedell, eigentlich Egon Friedmann, war ein österreichischer Schriftsteller, Kulturphilosoph, Historiker, Journalist, Kabarettist und Schauspieler. Geboren 1878 in Wien, entstammte er einer jüdischen Familie. Er studierte in Wien und Heidelberg Germanistik und Philosophie, schloss jedoch keines seiner Studien ab. Friedell war eine zentrale Figur der Wiener Kaffeehausliteratur und des Kabaretts, wo er als Darsteller und Autor wirkte. Sein umfassendes Wissen und sein scharfer Geist prägten seine Werke, die oft philosophische Tiefe mit spitzer Ironie verbanden. Sein Hauptwerk, die dreibändige „Kulturgeschichte der Neuzeit“, ist ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung, das historische Fakten mit kulturphilosophischen Reflexionen und psychologischen Einsichten verknüpft. Er lebte ein exzentrisches Leben, geprägt von intellektueller Neugier und einer kritischen Distanz zur Gesellschaft. Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland 1938 sah er sich unmittelbar bedroht. Um der Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen, nahm er sich am 16. März 1938 das Leben, indem er aus dem Fenster seiner Wiener Wohnung sprang. Friedell gilt als einer der vielseitigsten Intellektuellen seiner Zeit, dessen Werk bis heute fasziniert.
«Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.»
«Geschichte ist die Summe der Dinge, die man hätte vermeiden können.»
«Der Fortschritt ist ein Ideal, das wir erst erreichen, wenn wir uns von ihm befreien.»
Friedells Schreibstil zeichnet sich durch intellektuelle Brillanz, sprühenden Witz und eine meisterhafte Beherrschung der deutschen Sprache aus. Er verband enzyklopädisches Wissen mit einer eleganten, oft aphoristischen Prosa. Sein Stil ist essayistisch, assoziativ und reich an Anspielungen, geprägt von Ironie, Satire und einem tiefgründigen Humor. Er mischte wissenschaftliche Fakten mit persönlichen Reflexionen und dramaturgischen Elementen, was seinen Werken eine einzigartige Lebendigkeit verlieh und sie über reine Fachliteratur erhob.